Halbzeit ?
rechnet man den Tag der Aufnahme mit, und zählt man die Einstichlöcher der Trombosespritzen in meinem Oberschenkel, dann bin ich jetzt 5 Tage in diesem Altersheim Krankenhaus. Die ursprüngliche Vorschau lautete 10 Tage, also wäre jetzt Halbzeit. Ich kann gar nicht sagen, was das Schlimmste hier ist.
KollegenMitpatienten
die beiden Damen in meinem Zimmer sind 86 und 93 und liegen die meiste Zeit im Bett. Die 86 Jährige verwendet eine Leibschüssel, die neben ihrem Bett steht und an die ständige Geräuschkulisse habe ich mich gewöhnt, aber, dass sie immer wieder aufs Klo muss, wenn das Essen am Tisch steht, übersteigt beinahe meine Fähigkeit mich zu beherrschen. Wenigstens röcheln sie nicht und da Beide schlecht hören, sprechen sie auch wenig. Kurzfristig hatte ich den Eindruck, ich hätte halt das falsche Zimmer erwischt, aber die Menschen, die an Rollwägen gestützt die Gänge rauf und runter schlurfen, sind nicht wesentlich jünger, sondern nur mobiler. Der Tiefpunkt war heute Vormittag erreicht, ich wollte mich in den Aufenthaltsraum setzen und Zeitung lesen und Sudoku lösen, aber am Eingang prallte ich zurück. Gut 6-7 oldies saßen verstreut und haben Saft getrunken, ins Leere gestarrt, vor sich hin gemurmelt oder geröchelt. Ihre Rollwägen waren so aufgeschlichtet, dass ich nicht einmal auf die Terrasse raus konnte. Es ist schwierig bei diesem Anblick und Umfeld nicht depressiv zu werden.
das Essen
Zum Frühstück gibt es ein Buffet mit Semmerl, Weckerl und Brot, Butter, Marmelade, Käse und Aufstrich und da ich ja mobil bin kann ich im Aufenthaltsraum das Frühstück aussuchen und essen solange und soviel ich will. Das Mittagessen ist furchtbar, es schmeckt entweder nach nichts oder grauslich. Am besten ist immer der knackfrische Salat, weil die Marinade sehr gut ist. Zum Glück gibt es immer Beilagen (Nudeln, Kartoffeln,..), die ich essen kann. Das Abendessen habe ich am Liebsten, wenn es kalt ist. Bei Brot mit Aufstrich, Wurst oder Käse und Gurkerl kann man nichts falsch machen. Wenn ich recht frustriert bin, dann denke ich an P2, der tagelang nur Suppe bekommen hat. Da ich hier ja nichts tue, brauche ich auch nicht soviel Energie.
die Nächte
die ersten Nächte waren ein Horror, ich konnte wegen des Hustens nicht schlafen, ich konnte aber auch sonst nichts tun, weil ich ja mitten in der Nacht kein Licht machen kann, wenn sich die Dame links aussen schon um 21:00 Uhr erkundigt, ob ich das Licht noch brauche. Das Zimmer wurde mir zu eng, ich hatte das Gefühl eingesperrt zu sein und die Stunden krochen dahin. Seit 2 Nächten kann ich dank "Wunderhustentropfen" wenigstens stundenweise schlafen und so vergeht die Nacht schneller.
die Therapie
bei der Aufnahme habe ich das Antibiotikum von dem ich weiß, dass ich es sicher nicht vertrage, namentlich genannt. So, jetzt bekomme ich es intravenös, damit ich mich daran gewöhne :) 3x am Tag hänge ich an der Infusion, das letzte Mal um 22:00 Uhr und leider schmerzen mich die Venenflons immer sehr. Auf der rechten Hand habe ich eine Venenentzündung bekommen, die auch nicht angenehm ist. Aber besonders "lustig" ist, wenn man mit dem Stoppel des Venenflons irgendwo hängen bleibt. Dann kann man nur hoffen, dass die Blase nicht allzu voll ist :) Damit die Keime meiner Entzündung auch sicher alle erwischt werden, muss ich auch 2x am Tag ein anderes Antibiotium schlucken, welches so groß ist, dass es regelmäßig am Gaumen hängen bleibt. Gestern wurde der Sauerstoffgehalt im Blut kontrolliert, wobei eine Aterie angezapft wird. Glücklicherweise hat der Arzt in Ausbildung die Arterie "schon" beim 4. Mal erwischt,.....Ergebnis war, dass mein Wert bei 68 liegt und mindestens 80 sein sollte, sodass ich jetzt wieder ständig am Sauerstoff hänge, wenn ich im Zimmer bin. Wenigstens hat das andere Blutbild vorgestern ergeben, dass die Antibiotika greifen und die Werte etwas besser wurden. Der Husten ist auch schon etwas besser und solange ich klein Fieber habe, darf ich raus ins Grüne.
Ich versuche den Kopf nicht hängen zu lassen und den Tag und die Nacht irgendwie rumzukriegen und dank der vielen Besucher und meiner besten Freundin, die mir wieder ihren Firmen-Laptop übers Wochenende borgt, wird mir das auch gelingen.
Bilder zum Text gibt es hier, die hiddens haben es sich nicht nehmen lassen, extra nach Wien zu fahren um mich zu besuchen ! Danke noch einmal an dieser Stelle !
die beiden Damen in meinem Zimmer sind 86 und 93 und liegen die meiste Zeit im Bett. Die 86 Jährige verwendet eine Leibschüssel, die neben ihrem Bett steht und an die ständige Geräuschkulisse habe ich mich gewöhnt, aber, dass sie immer wieder aufs Klo muss, wenn das Essen am Tisch steht, übersteigt beinahe meine Fähigkeit mich zu beherrschen. Wenigstens röcheln sie nicht und da Beide schlecht hören, sprechen sie auch wenig. Kurzfristig hatte ich den Eindruck, ich hätte halt das falsche Zimmer erwischt, aber die Menschen, die an Rollwägen gestützt die Gänge rauf und runter schlurfen, sind nicht wesentlich jünger, sondern nur mobiler. Der Tiefpunkt war heute Vormittag erreicht, ich wollte mich in den Aufenthaltsraum setzen und Zeitung lesen und Sudoku lösen, aber am Eingang prallte ich zurück. Gut 6-7 oldies saßen verstreut und haben Saft getrunken, ins Leere gestarrt, vor sich hin gemurmelt oder geröchelt. Ihre Rollwägen waren so aufgeschlichtet, dass ich nicht einmal auf die Terrasse raus konnte. Es ist schwierig bei diesem Anblick und Umfeld nicht depressiv zu werden.
das Essen
Zum Frühstück gibt es ein Buffet mit Semmerl, Weckerl und Brot, Butter, Marmelade, Käse und Aufstrich und da ich ja mobil bin kann ich im Aufenthaltsraum das Frühstück aussuchen und essen solange und soviel ich will. Das Mittagessen ist furchtbar, es schmeckt entweder nach nichts oder grauslich. Am besten ist immer der knackfrische Salat, weil die Marinade sehr gut ist. Zum Glück gibt es immer Beilagen (Nudeln, Kartoffeln,..), die ich essen kann. Das Abendessen habe ich am Liebsten, wenn es kalt ist. Bei Brot mit Aufstrich, Wurst oder Käse und Gurkerl kann man nichts falsch machen. Wenn ich recht frustriert bin, dann denke ich an P2, der tagelang nur Suppe bekommen hat. Da ich hier ja nichts tue, brauche ich auch nicht soviel Energie.
die Nächte
die ersten Nächte waren ein Horror, ich konnte wegen des Hustens nicht schlafen, ich konnte aber auch sonst nichts tun, weil ich ja mitten in der Nacht kein Licht machen kann, wenn sich die Dame links aussen schon um 21:00 Uhr erkundigt, ob ich das Licht noch brauche. Das Zimmer wurde mir zu eng, ich hatte das Gefühl eingesperrt zu sein und die Stunden krochen dahin. Seit 2 Nächten kann ich dank "Wunderhustentropfen" wenigstens stundenweise schlafen und so vergeht die Nacht schneller.
die Therapie
bei der Aufnahme habe ich das Antibiotikum von dem ich weiß, dass ich es sicher nicht vertrage, namentlich genannt. So, jetzt bekomme ich es intravenös, damit ich mich daran gewöhne :) 3x am Tag hänge ich an der Infusion, das letzte Mal um 22:00 Uhr und leider schmerzen mich die Venenflons immer sehr. Auf der rechten Hand habe ich eine Venenentzündung bekommen, die auch nicht angenehm ist. Aber besonders "lustig" ist, wenn man mit dem Stoppel des Venenflons irgendwo hängen bleibt. Dann kann man nur hoffen, dass die Blase nicht allzu voll ist :) Damit die Keime meiner Entzündung auch sicher alle erwischt werden, muss ich auch 2x am Tag ein anderes Antibiotium schlucken, welches so groß ist, dass es regelmäßig am Gaumen hängen bleibt. Gestern wurde der Sauerstoffgehalt im Blut kontrolliert, wobei eine Aterie angezapft wird. Glücklicherweise hat der Arzt in Ausbildung die Arterie "schon" beim 4. Mal erwischt,.....Ergebnis war, dass mein Wert bei 68 liegt und mindestens 80 sein sollte, sodass ich jetzt wieder ständig am Sauerstoff hänge, wenn ich im Zimmer bin. Wenigstens hat das andere Blutbild vorgestern ergeben, dass die Antibiotika greifen und die Werte etwas besser wurden. Der Husten ist auch schon etwas besser und solange ich klein Fieber habe, darf ich raus ins Grüne.
Ich versuche den Kopf nicht hängen zu lassen und den Tag und die Nacht irgendwie rumzukriegen und dank der vielen Besucher und meiner besten Freundin, die mir wieder ihren Firmen-Laptop übers Wochenende borgt, wird mir das auch gelingen.
Bilder zum Text gibt es hier, die hiddens haben es sich nicht nehmen lassen, extra nach Wien zu fahren um mich zu besuchen ! Danke noch einmal an dieser Stelle !
tilak - 18. Aug, 20:23
2156 mal gelesen