Donnerstag, 18. Mai 2017

Rücktritt

hier verabschiedet sich grad ein Politiker nach dem anderen.
Wenn das so weiter geht, stehe ich im Oktober vor dem Wahlzettel mit lauter unbekannten Namen.
Letztes Jahr musste ich als Bewohnerin des 2. Bezirks ja öfter wählen gehen, als all die Jahre vorher zusammen und da ich in meiner Freizeit wählen gehe und meine Kinder in meiner Freizeit meistens bei mir sind, waren sie immer dabei.
Nun musste ich Rebecca schon erklären, dass sie bei der Wahl im Oktober nicht mehr mit gehen darf in die Kabine. Weil sie ja jetzt schon lesen kann und die Wahl geheim ist.
Mal sehen, ob sie sich das merkt bis Oktober,...
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Montag, 15. Mai 2017

Altersvorsorge

Samstag waren wir auf einem Spielplatz, den wir zufällig auf der Heimfahrt entdeckten. Wir hatten Zeit, das Wetter hat gepasst, also haben wir den Nachmittag dort verbracht. Nach kurzer Zeit musste Rebecca aufs Klo und weil ich keines gefunden habe und es dringend war, waren wir in einem Altersheim. Heute morgen auf dem Weg zum Kindergarten sind wir, wie die letzten 4 Jahre ebenfalls an so einem Ort vorbei gegangen. Weil Rebecca neuerdings überall und alles liest, sagt sie: Pensionistenwohnheim
Mama, was ist das?
Also erkläre ich, dass die alten Menschen, wenn sie alleine wohnen vielleicht einsam wären und wenn sie krank werden sich nicht helfen können und in so einem Haus gibt es Hilfe. Sie bekommen Essen und haben andere Leute in ihrem Alter um sich mit denen sie plaudern und spielen können.
Und es gibt überall diese Notschalter, sowie neulich am Klo, da kann man läuten und dann kommt Hilfe.
Mama, gehst du auch einmal dort hin?
Ja, wahrscheinlich
Darauf meint Rebecca großzügig, dass sie mich besuchen wird. Aber Raphael findet das nicht so gut und sagt:
"Mama, ich bleibe ewig bei dir, dann musst du dort nicht hin!"
*Mein Sohn!*
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Donnerstag, 4. Mai 2017

Nachbarschaftshilfe

ich wohne seit 2011 fast direkt am Mexikoplatz und die Gegend ist genau so krass, wie früher immer beschrieben. Mindestens 1 x / Woche rast die Polizei mit Blaulicht durch die Straße oder über den Radweg, im Sommer ist das Geschrei, dass manche Kulturen als Plauderei betrachten so laut, dass ich im 4. Stock entweder das Fenster schließen oder den Fernseher lauter schalten muss.
Früher gab`s einen Zielpunkt im Haus, wo ich an der Kassa oft das Gefühl hatte im Urlaub zu sein, wenn die Kassiererin mit der Kundschaft in einer fremden Sprache gesprochen hat. Jetzt ist da ein Etsan und ich verstehe noch weniger, aber das Personal ist verdoppelt und sehr bemüht und das Obst und Gemüse ist ein Hammer.
Das alles wird mehr als gut gemacht durch einen Radweg vor der Tür, die Nähe zur Donauinsel und in den Prater, also letztlich kann ich mich echt nicht beklagen.
Das Wohnen im Gemeindebau ist gewöhnungsbedürftig, aber es gibt eine Handvoll alteingesessene Österreicher, die gerne plaudern und mich mit Klatsch & Tratsch von früher und heute versorgen. Und meine lieben und gut erzogenen Kinder bewundern *freu*
Mittlerweile kenne ich natürlich alle Gesichter im Haus und so kam es, dass ich neulich beim Spar (eine halbe Busstation von zuhause weg) einen Nachbarn getroffen habe, der mich immer schon freundlich gegrüßt hat. Mehr geht leider nicht, weil er eher wenig gut Deutsch spricht. Er hatte nur ein paar Sachen am Förderband und hat sich auch artig verabschiedet. Ich habe das Geschäft locker 10 Minuten später verlassen, weil ich wesentlich mehr Sachen gekauft und auf 2 Taschen mühsam verteilt habe. Ich habe eh lang überlegt ob ich das wirklich alles brauche, weil ich wenig Lust hatte das Zeug nachhause zu schleppen.
Ich komme also aus dem Laden raus, da steht der Nachbar mit seinem Auto im Halteverbot und winkt und ruft. Er hat doch tatsächlich auf mich gewartet um mich mit dem Auto nach vorne zu bringen.
Du eh müde von Arbeit und jetzt schwer schleppen - ich dich bringen
Mein Gesicht hätte ich gern gesehen, denn damit hätte ich im Leben nicht gerechnet!
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Mittwoch, 26. April 2017

Bürokratie

Der Amtsschimmel wiehert immer noch, auch 2017!
Es gibt seit einiger Zeit so ein tolle neue App in Wien, wo man direkt Mängel melden kann, mit Standort Angabe und Foto. Nach 14 Jahren als Hausverwalterin gehe ich natürlich mit offenen Augen durch die Stadt und habe schon einiges gemeldet. Man wird aber nicht immer richtig verstanden, am anderen Ende der Leitung.
Bei mir zuhause gibt es eine sehr sehr schmutzige Ecke, weil dort eine alte Frau seit Jahr und Tag die Tauben füttert. Ich schicke also ein Foto von dem Platz und bitte um ein "Tauben-füttern-verboten-Schild", die Dinger gibt es und beim Hundekot hat es ja auch geholfen. 2 Wochen später flattert ein Schreiben von Wiener Wohnen ins Haus, dass wir die Tauben nicht füttern sollen, Blabla.
Das wäre ja ganz gut gewesen, wenn die alte Frau in unserer Anlage wohnen würde, tut sie aber nicht. Meine diesbezügliche Nachricht an die Stadt wurde mit dem Vermerk "Ihr Anliegen wurde bearbeitet und abgeschlossen" versehen. *seufz*
Beruflich betreue ich eine Generalsanierung eines Hauses im Zuge dessen 5 Bäume gerodet werden mussten. Laut Wiener Baumschutzgesetz braucht man dafür einen Bescheid, wo auch geschrieben steht welche Bäume bis wann wieder gesetzt werden müssen. Die Eigentümerin der Liegenschaft hat aber mit ihrem Gärtner äh Landschaftsgestalter andere Pläne und ich frage also nach, ob der zuständige Betreuer sich vor Ort treffen kann. So einfach geht das nicht! Ich muss jetzt einen Antrag stellen (immerhin genügt ein E-Mail) an die Stelle, die den Bescheid ausgestellt hat und die leiten den Antrag dann an die MA 42 weiter und der dortige Fachmann meldet sich dann. Okeee, ob das heuer noch was wird mit den Pflanzen?
Auf einer anderen Baustelle (Dachgeschossausbau) wird morgen der TÜV den neuen Lift abnehmen. In Betrieb gehen wird er aber nicht, denn laut Wiener Aufzugsgesetz braucht jeder Lift ein Notrufkommunikationssystem. Dieses braucht aber eine Telefonleitung und die hat weder der Architekt noch die Liftfirma bestellt. Mann, wieviele Aufzüge bauen die im Jahr?
Das Beste zum Schluss:
Die erst genannte Baustelle (Bäume) hat den Aufzug im Oktober 2016 in Betrieb genommen - inkl. Telefonleitung �� - im Jänner erhalte ich die Meldung, dass der Lift nicht funktioniert. Ein technisches Problem mit der Telefonleitung, die Liftfirma (im Übrigen eine andere als beim DG Ausbau) arbeitet daran. Nach 3 Tagen frage ich direkt bei A1 nach (ja, ich weiß überall auf der Welt heißt das Telekom nur bei uns nicht) und erfahre, dass die Telefonrechnung nicht bezahlt wurde und die Leitung gesperrt wurde. Ich krame in meiner Buchhaltung und finde keine einzige Rechnung. Laut A1 kann das nicht sein, die Rechnungen wurden monatlich versendet. Als ich die Kopien in der Hand halte kann ich es nicht fassen: die haben die Rechnungen direkt an den Lift adressiert!! Und der Böse hat nicht bezahlt. Da A1 sämtliche Mahnspesen storniert hat, gehenich davon aus, dass sie den Fehler eingesehen haben. Das ist auch in einer anderen Liegenschaft passiert, aber da war der Briefträger so schlau, den Brief offensichtlich zu deponieren und ein weiters schlauer Eigentümer hat uns die Post weitergeleitet.
Über Langeweile kann ich in meinem Job echt nicht klagen,
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Mittwoch, 1. Februar 2017

Mama Hero

Kinder-im-Schnee

Wenn es in Wien, ob angesagt oder nicht, mehr als 10 cm schneit, geht die Welt unter. So auch heute am 01.02.2017, wo kein Mensch mehr Schnee braucht, schon gar nicht in der Großstadt. Wieder einmal 20 Minuten auf den Bus gewartet, der wieder einmal nicht gekommen ist. Wir wohnen beim Mexikoplatz, nicht im hintersten Winkel eines Außenbezirks, aber der 11A Richtung Stadion ist eine Herausforderung. Wir haben es trotzdem in den Kindergarten geschafft. Dort wurde ich zu Mama Hero.
Eine junge Frau versucht verzweifelt aus einem Parkplatz zu kommen, aber sie ist vorne und hinten vom Schnee blockiert. Ich stelle die Kids am Gehsteig ab und schiebe das Auto hinten an. Zum Glück ist die Lady schlau und lässt den Wagen immer wieder vor und zu zurück rutschen, mit Schwung schaffen wir es nach einigen Versuchen. Ich bin nicht ausgerutscht dabei und sie hat mich auch nicht mit Schnee verschüttet. Sie bedankt sich lautstark und herzlich, aber das war nichts gegen den Anblick meiner Kinder, als ich mich umdrehe. Sie stehen da mit großen Augen und offenen Mündern: “ Wouw Mama, bist DU stark!“

In solchen Momenten könnte ich platzen vor Freude, weil diese Emotion der Kinder so offen und ehrlich ist. Rebecca hat mich mit 4 Jahren gefragt, warum wir Haare waschen müssen. Ich erzähle, dass die Haare schmutzig werden auch, wenn man das nicht so offen sieht, wie bei den Fingern. Aber die Haare werden staubig und fettig und man muss sie eben rechtzeitig waschen. Damals hat sich mich bewundert gefragt, warum ich soviel weiß. Ich genieße diese Augenblicke, weil ich natürlich weiß, dass ich nicht alles weiß. Aber in den Augen der Kinder bin ich immer wieder Mama Hero!
430 mal gelesen
beim wählen muss...
beim wählen muss ich aber nicht müssen.
bonanzaMARGOT - 24. Mai, 06:31
Guter Vergleich
Bei mir gilt für beides: wenn ich muss, muss ich
tilak - 19. Mai, 23:08
Ja
Kenne ich welche
tilak - 19. Mai, 09:23
assoziation:
wählen ist irgendwie wie aufs klo gehen ohne klopapier.
bonanzaMARGOT - 19. Mai, 07:18
söhne, die ewig...
söhne, die ewig bei ihren mütten bleiben,...
bonanzaMARGOT - 19. Mai, 06:08

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Kenne ich welche
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wählen ist irgendwie wie aufs klo gehen ohne klopapier.
bonanzaMARGOT - 19. Mai, 07:18
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bonanzaMARGOT - 19. Mai, 06:08

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